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» 33pt - der erste Tag.

Erstmal blicken mir an der FH Dortmund (bei den Westfalenhallen) die Plakate entgegen, die das Typo-Event ankündigen.


Dann gibt es ein großes Remmidemmi vor dem Beginn, kein Wunder, fast 85% sind Studenten, der Rest Grafiker, Präsidenten und Professoren. Der Verlag Hermann Schmidt Mainz ist auch mit von der Partie.


Anfangen darf Natascha Dell, Diplom-Designerin und fontfarm-Designerin, mit der Vorstellung ihrer Diplomarbeit »fontzine«, einem typographischen Magazin, der in Deutschland einzigartig ist und alle sämtliche Themen behandelt. Das übertrifft sogar die besten Designzeitschriften, die mal dies und dies behandeln. Erstklassig umgesetzt und ein schönes Zeitungsformat mit frischen Farben. Ausgelobt werden z. B. auch ein Wettbewerb für Studierende mit eigenen Schriften, die sie während des Studiums kreeiert haben. Das »fontzine« wird auch während der TypoBerlin und der 8. Tage der Typographie in Lage-Hörste zu sehen sein.
Weiterhin stellt sie fontfarm vor, eine Website und ihre Agentur mit ihrem Kollegen K. F. Oetzbach. Sie machen Typedesign, Typografie und visuelle Kommunikation, welche sie auf besondere Art und Weise unterstreichen. Dafür gibt´s 5 Guillemets .


Beim nächsten Vortrag der krasse Gegensatz zum ruhigen und sachlich charmanten Auftritt der Frau Dell: Dirk Uhlenbrock, signalgrau.com-Gründer und Vater von 6 Kindern, seit 5 Jahren selbständig. Eine Art freche, coole und rebellartige Selbstdarstellung von eigenen Graphiken, Schriftarten, Logos und Arbeiten. Eine schöne Präsentation mit einer »cool rüberkommenden« Art. Sehr schön war die Top5-Liste der »f…«-Fonts (u.a. Helvetica, Impact, Techno, …) und die Top10-Liste der Schriften, mit der »er gerne S..« haben möchte (Avenir, …). Zu seinen Kunden gehören unter anderem der Max-Ophüls-Preis (am Max-Ophüls-Platz liegt die FH Dortmund), etliche kleine Filmlabels und diverse Firmen, die auf seinen »coolen« Stil stehen. Mehr dazu hier. Doch dann macht er ernst aus seinem Hobby »eigene Schriften kreeieren« und der Website fontomas.com (die gibt es seit 2003 nicht mehr). Er gründete TypeType, mit der er eigene Schriften vertreibt und vermarktet. Eine mutige Lösung. Dafür gibt´s 4 Guillemets .


Nach der Mittagspause eine amüsante Lesung eines Buches von Anton Schnack über Buchstaben von zwei Schauspielern des Theater Dortmundes (Silvia Fink/Matthias Hesse). Dafür gibt´s 3 Guillemets .


Jetzt ein wunderbares »Kaffeekränzchen« mit HerrnHemker und Frau Gerlach. In 5 großen Punkten legt Frau Gerlach ihre Arbeit und ihre Typo-Arbeit vor. INSPIRATION bezieht sie unter anderem aus Covern und der Typografie. In der BÜROGEMEINSCHAFT mit HerrnHemker stellt sie ein paar Arbeiten, unter anderem für monolake/inbalance vor. In der TYPOGRAFIE stellt sie ihre eigens entwickelten Schriften vor: PTL Tephe (Vorbild: Behördentafeln), PTL Trafo (Vorbild: Stempel), PTL Touja (Vorbild: Stempel), PTL Bugis (Vorbild: indonesische Schrift und die Straßen von Singapur), die FF Karbid (Vorbild: mit schönen Schriften bemalte Hauswände. Wird bei Fontshop vertrieben), und die FF City Street (Vorbild: Straßenschilder Berlin West und Ost (1995) und auch bei Fontshop und mit Ole Schäfer). Alle Schriften haben ihre Vorbilder aus der Stadt oder aus der Straße. Eine wunderbare Art und Weise, wie man noch mehr Schriftarten bauen kann. In ARBEITEN stellt sie ihre Arbeit an der PTL Touja anhand eines Kunden vor: »BERLINER DEPOT ABSINTH«. Das Image ist sehr modern, passt aber auch optisch in die Zeit um 1800/1900. In MUSIKVIDEO stellt sie Videoarbeiten für die Musikbands »No Angels« und für »Nena« und für das »Vany-Lied» für die »No Angels« vor. Auch sehr interessant, wie sie umgesetzt wurden. So nun zu HerrnHemker. Für die Rheinische Post überarbeitete er dessen Logo und Schriftart und optimierte sie typographisch. Allerhand typografische Optimierungen für Jette Joop, Jil Sander und weitere Kunden. Schön blau, aber sehr interessant, wie er an diese Projekte rangegangen ist. Dafür gibt´s 4 Guillemets .


Nun kommt der für mich beste Vortrag: der Gründer von fountain.nu, Peter Bruhn. »Looking at the Type with a sunset in your eyes« ist das Motto des Vortrages. Mit dem Anfang »Hallo Ruhrpott!« hat er schon die Herzen des Publikums für sich gewonnen. Das sieht man an seinen wunderbaren Schriftarten und Arbeiten für diverse Kunden. Mit einer schönen, einfachen und farbigen Gestaltung und seiner einfach schönen, mal auch abseits vom Mainstream liegenden Typographie wirkt er einfach sympathisch schwedisch. Anhand seiner Arbeiten und Schriftarten zeigt er die Leichtigkeit der nördlichen Länder und die seiner Landschaften. Wunderbar. Die Schriftarten zeichnet er selber jeden Tag in seinem Skizzenbuch. Mit einem amüsanten Kurz-1-Minuten-Film über sich, seine Familie, seine Arbeit und die Landschaft um Malmö beendete er seinen Vortrag mit einem tosenden Applaus des Publikums. Dafür gibt´s 5 Guillemets + 1 Guillemets .


So, ich bin gespannt, wie´s morgen weitergeht.

Tags: 33pt, dortmund, event