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» 33pt - der zweite Tag.

Mit einem Schmuddelwetter bricht der zweite Tag des kostenlosen Typo-Events an. In einem Gespräch mit Stefan Claudius habe ich in Erfahrung bringen können, daß der Erfolg solcher kostenlosen Typo-Events, die für Studenten was bringen, meist vom Geld der Sponsoren abhängt. Also, liebe FH Mainz oder liebe FH München, dann würde ich euch, auch im Interesse aller typointeressierten Studenten, bitten, sowas auch mal auf die Beine zu kriegen. Die Studenten der FH Dortmund haben dies in einem Seminar mit dem Cape–Arcona–Präsidenten und einem Professor (wohl Prof. Schrader) in einem Semester die ganze Vorbereitung und Realisierung durchgezogen. Das muss aber Spaß gemacht haben. Hier gibt es aber eine Korrektur per e-Mail: »soweit ich weiß, haben die Studenten von 33pt diese Veranstaltung aus eigenem Antrieb auf die Beine gestellt. Dies war nicht die Arbeit eines Seminars bei Cape Arcona oder eines Semester-Kurses sondern ein Projekt neben dem Studium. Betreut wurden einige Arbeiten von Prof. an Huef nicht Prof. Schrader (siehe HP 33pt). Bitte informiert euch aber noch mal genauer auf der Website


Da Joost Korngold von Renascent leider später als erwartet kommt, wird ein Film von Otl Aicher gezeigt. Im Film werden die Bücher »Design ist Kultur«, »analog+digital« und »welt als entwurf« beschrieben. Die heissgeliebt-gehasste Rotis wird in allen Entstehungs- und Entwurfszenen und mit der absolut genau geometrischen Präzision gezeigt. Seine Arbeiten für die Olympiade 1972 in München, für den Lichthersteller ERCO und die Arbeiten für den Türenhersteller FSB werden in Interviews mit den Verantwortlichen, Menschen und in Produktschauen gezeigt. Sehr interessanter Film. Dafür gibt´s 3 Guillemets


Dann kommt Walter Pamminger (war Referent bei der Typo2000 Berlin), der mit dem Motto »The Type, The Type, The Type is on Fire« ausführlich die handschriftliche Typographie mit der »Computer-/Schreibmaschinen«-Typographie vergleicht und analysiert – anhand von ausgewählten Beispielen aus Comic- und Buchwelten. Dafür gibt´s 3 Guillemets


Dazwischen sind ein paar Mainzer Kollegen auch gekommen, darunter auch Prof. Bergerhausen.


Nach der Mittagspause spricht nun Peter Bilak von typotheque über seine Arbeit, von wo er seine Inspiration bezieht, über ausgewählte Beispiele aus der Typografie, über das Erkennen von Figuren in der Landschaft bzw. Stadtlandschaft. Damit will Bilak sagen, daß der »Designer sozusagen ein Leser seiner Umgebung« ist. Weiterhin stellt er seine Software LetterFrequencyMeter vor. Weiterhin die Eureka und die Fedra vor – jeweils europäisch sehr gut ausgebaut, kann man sogar in griechisch und kyrillisch setzen. Weiterhin zeigt er Arbeiten für die niederländische Post. Aus der niederländischen Landschaft hat er dann die Briefmarken kreeiert. Mit dot.dot.dot gibt er eine typografische Zeitschrift heraus, das ästhetisch und gestalterisch etwas eigenwillig ist, aber gut herüberkommt. Sehr langatmig, aber dafür gibt´s 3 Guillemets


Mit den Brüdern Andreas & Stephan Lauhoff stellt 3deluxe ihr gesamtes Portfolio vor. Vorgestellt haben sie die Branding-Konzeption für Fanatic, einem Snowboard-Unternehmen, ihr Buchkonzept unschärferelation beim Nelte Verlag, die Arbeiten für das US-Unternehmen d´Fly, weiterhin für den WM-Globus 2006 und als Abschluß den Kalender 2004 für den Papierhersteller Zanders. Kurz wurde eine Arbeit mit dem cocoonclub von Sven Väth mit den Abteilungen »silk« (Bett-Restaurant) und »micro« (Restaurant mit Disco) vorgestellt. Etwas langatmig, aber dafür gibt´s 4 Guillemets


Wie schon angekündigt stellt Joost Korngold von Renascent seine typografischen Animationen für zahlreiche Unternehmen wie Carlyle, Mercedes, MTV/Microsoft und weitere Filmproduktionen vor. Alle Arbeiten könnt ihr auf deren Website ansehen. Etwas langatmig, eintönig und eigenwillig, aber dafür gibt´s 2 Guillemets


Zum Schluß steigt der Top-Event heute: Underware mit Akiem Helmling, Typeradio mit Donald Beekman und Rick Vermeulen und Loveliza mit Liza Enebeis. Das wurde zum Kult-Event. Mit einem Film »Elefanten Boots« fängt es an, das aber leider zum Fiasko wurde. Der Film ging immer in einer SAT1-Mac-Spirale unter, so daß Rick ein Einsehen hat und gleich weiter zum nächsten Punkt bat: Typeradio meets das Publikum. Eine lustige Fragestunde mit Fragen wie »Do you have illegal fonts?« oder »Do you love me?«, die das Publikum stehend mit »Yes« oder »No« beantworten muss, ließ die Spannung des Publikum weiter erhöhen. Mit einem Bären und »our legendary color girl Miss Kathy« lassen Donald & Rick ihre Fragen auf »Mr. Bock« und die Gründer von Cape Arcona prasseln.


Sehr amüsant… leider muss ich schon weg, da ich noch einiges zu tun habe und die frische Luft ruft, da ich schon seit 2 Tagen nicht mehr draußen war. Und wer noch lange da war, kann ja einiges in den Kommentaren berichten oder bei der Website von 33pt nach den Fotos vorbeigucken. Die Fotos werden viel später kommen – weil die Rosa Mafia daran schuld ist. Mir wird der DSL-Anschluß wegen der Querelen des Wechsles zu Arcor von der Telekom abgedreht… also bis zu den nächsten Bildern!


Zuallerletzt ein ganz dickes Lob an Stefan Claudius und dem FH-Dortmund-Team: eine tolle Veranstaltung! Update: die Galerie ist schon online. In den nächsten Tagen oder Wochen werden die anderen Bilder von mir kommen. Die Telekom weigert sich leider strikt, die DSL-Leitung freizugeben.

Tags: 33pt, dortmund, event

1. Bernhard schreibt am 21. Januar 2006, 08:07 [#]:

Joost Koorngold hatte wirklich tolle Arbeiten dabei, aber er hatte ja (warum auch immer) keine Zeit gefunden, sich vorzubereiten.

Von Underware hatte ich mir etwas mehr erhofft. Auch wenn die zwanzig Fragen schon cool waren. Aber die Interviews …

2. Stefan Claudius schreibt am 22. Januar 2006, 09:49 [#]:

Hallo Nick. Danke für die guten Artikel. Ich möchte nur gerne bei der Organisation etwas klarstellen. Die Organisation fand komplett unabhängig statt. Das bedeutet: Nur die Siebdrucker, die die Plakate für uns bedruckt haben, bekamen dafür einen Schein. Die Professiorin, die gegenüber der Fachhochschule ein gute Wort für uns eingelegt hat war Frau an Huef. Sie hat mit ihrer Kritik auch zu einer steten Weiterentwicklung des Designs beigetragen, uns dennoch weitgehende Freiheiten gelassen. Das Sponsoring war erfolgreicher als wir erwartet oder befürchtet hatten. Es war relativ leicht Sachsponsoren zu finden (kostenloses Büffet, Buchstabensuppen Buchstaben, zwei super tolle Autos für 3 Tage, Buchausstellung etc), aber es wird sehr selten Geld gespendet. An alle anderen kann ich das nur als Tipp weitergeben: Überlegt, welche Sachmittel euch weiterbringen könnten.
Leider wird nicht über den krönenden Abschluss berichtet. Es ist schwer zu beschreiben, aber wenn die gesamte Aula aufsteht und mit Underware zusammen “Fight for your right to type” singt, dann bekommt man schon eine Gänsehaut…

3. Nick Blume schreibt am 22. Januar 2006, 20:26 [#]:

@Bernhard. Was war dran an den Interviews? Was haben sie noch gemacht?

@Stefan Claudius. Vielen Dank für den tollen Kommentar. Dann habe ich das falsch verstanden, aber vielen Dank für die Klarstellung. Leider war ich bei dem krönenden Abschluß nicht mehr dabei, weil ich selbst am Samstag sehr früh raus musste… leider. Aber Underware habe ich schon selbst in Hannover miterlebt, sie waren toll! Können Sie nicht einen Dazu-Bericht-Kommentar veröffentlichen? Das wäre super, auch im Sinne meiner Leser. Haben Sie nicht evtl. auch den Songtext von »Fight for your right to type«?

4. Bernhard schreibt am 23. Januar 2006, 14:11 [#]:

Da wurde so’n Designer interviewt, ich erinner’ mich aber nicht mehr an den Namen.
War aber wohl auch nicht weltbekannt.
Da ging es nur um Langeweile und ob sie gut oder schlecht beim Designen ist und so …

Dann waren da auch noch die Leute von Cape Arcona (der eine war der „Moderator“, den anderen kannte ich nicht). War auch nicht soo interessant (zumindest für mich).

Auf der Party war ich dann nicht mehr, weil es zu spät geworden wäre. (Außerdem kannte ich ja auch wirklich keinen einzigen.)

5. Peter schreibt am 23. Januar 2006, 22:40 [#]:

leider konnte ich nur am Freitag in Dortmund sein…

3deluxe und Underware wollte ich immer mal schon sehen, hatte sogar kurz die Gelegenheit mit Andreas von 3deluxe zu sprechen… wirklich angenehme Leute.

Joost war etwas komisch drauf hatte aber sehr gute Sachen im Gepäck….

Die Show von Underware war meiner Meinung nach nicht ganz so gut (abgesehen von den 20 Fragen und der Gesangseinlage „Fight for your right to type“). Erst funktionierte das Video nicht, dann war das Interview mit Mr. Bock oder Bruck über die Langeweile schon etwas l… . Der Hund und die Lady waren das einzig interessante daran ;).

Im Großen und Ganzen haben sich meiner Meinung nach die 6 Studenten ein großes Lob verdient. Ich meine, in einem Semester so eine Veranstaltung ohne Hilfe auf die Beine zu stellen, ist schon eine Leistung. Zumal man schon Vergleiche zu internationalen Events dieser Art ziehen kann.

6. dirk uhlenbrock schreibt am 24. Januar 2006, 10:39 [#]:

auch von meiner seite aus ein ganz ganz großes lob an die veranstalter für die ganze arbeit, die angenehme atmosphäre und den reibungslosen ablauf.
und ebenfalls großen beifall für das publikum – habe bisher noch nie eine veranstaltung erlebt bei der so interessiert zugehört worden ist, in der regel war es immer viel unruhiger.
gerne wieder – gerne öfter so was.





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