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» Das SZ-Phänomen.

Wie wir ja alle wissen, kennen wir alle die »SZ Bibliothek«, die »SZ Cinemathek«, diverse SZ-Reihen, das Handelsblatt-Lexikon, die (leider unsägliche) BILD-Bibliothek oder das ZEIT-Lexikon? Seit dem nahezu legendärem Erfolg der »SZ-Bibliothek« (was ich hier als das SZ-Phänomen bezeichnen würde) sprießen solche »Nachahmer« oder »Kopierer« aus dem Boden.


Wie konnte das passieren? Woran liegt das? Warum ist sie so erfolgreich?


Die Unübersichtlichkeit des Buchmarktes (speziell auch des Lexikon-Marktes) und das Fehlen von aussage- und medienkräftigen Markennamen haben bei vielen Buchkunden zu einer Art Frust geführt, weil sie von der Vielzahl der Bücher und deren Verlage so überfordert sind. Selbst die Buchhändler können die einfachsten Fragen wie ??»Ich wollte noch dieses süsse kleine gelbe Büchlein haben, den Sie letzte Woche zum Sonderpreis verkauft haben? Haben Sie es noch?«?? nicht beantworten.


Die Fokussierung auf das Buch im obigen Absatz kann auch auf den Musik- (besonders Klassik und Pop) und DVD-Markt gerichtet werden. Hier setzt(e) die SZ mit dem Klassiker »Der Klavier Kaiser«, mit der »Anthologie« Discothek und der wunderbaren »SZ Cinemathek« neue Maßstäbe in Vermarktung und Werbung (nicht zuletzt dank Heye GBK).


Fazit: da fehlt das Profil, die Prägnanz und Cleverness der Marke »Buchverlag«, wie es auch Rainer Groothuis in seinem Artikel in der ZEIT 22/2001 den Verlagen vorwirft. Lesenswert!


Schade eigentlich, warum es immer noch viele gute Verlage gibt, die das Potenzial der Profil- und Markenführung (CI-/CD-Manual!) immer noch nicht erkannt haben. Dabei dürfte eine genaue Profilierung eine bessere Prägnanz und Akzeptanz auf dem Buchmarkt erreichen. Einfach gesagt: mit prägnanten Büchern wie die von Diogenes, Wagenbach oder die des Hermann Schmidt Verlages gewinnt man mehr Kunden! Kein Wunder, daß die SZ und andere Pendanten so großen Erfolg haben: weil sie einen Überblick und Orientierung in der großen weiten Medienwelt bieten. Bin nun mal gespannt, ob die Leute sich noch Bücher von irgendeinem Verlag kaufen oder lieber sich gleich einen »Orientierungspaket« kaufen?

Tags: phaenomen, sueddeutsche, sz