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» Farben-Check der Parteien


Hinweis: teils Satire, teils Realität.

In den Farben der Parteien gibt es Unterschiede, sie haben aber auch Gemeinsamkeiten. Die SPD mit der PDS und der CDU (»als Partei der Mitte«, was ja beide für sich reklamieren. Erstaunlicherweise haben FDP und B90/Grüne mehr farbige Gemeinsamkeiten als mit der CDU ode r der SPD.


Nun zeigt Nick Blume einen Einblick in die Farbenwelt der Parteien und was sie wirklich farbig repräsentieren.


CDU (Christlich-Demokratische Union)

Frau Angela Merkel / Herr Dr. Edmund Stoiber.
Orange, Rot, Weiß: Die ORW-Partei. Die CSU ist zu unwichtig (nur Bayern), deswegen wird sie in der Farbenwahl nicht berücksichtigt (sollte ich den Unmut eines CSU-Fans auf mich nehmen, dann entschuldigt!).


Die Farben der CDU sind Orange, Rot und Weiß. Doch keine Spur von Blau, die den Konservatismus symbolisiert. Mit den Farben will die CDU Kraft, Energie, Aggression (Stoiber!), Wärme, Reinheit, Sauberkeit und Unschuld (Spenden!) beweisen.


Doch von Energie, Unschuld und Wärme ist bislang kaum die Rede: nicht die ganze Riege der CDU-Ministerpräsidenten tritt jemals geschlossen auf, die Unschuld hat sie seit der Spendenaffäre um Kohl verloren und die »soziale« Wärme der Frau Merkel und von Herrn Stoiber wird bisher noch nicht so registriert.


SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschland)

Gerhard Schröder / Franz Müntefering. Umbra, Rot, Weiß, Schwarz: Die URWS-Partei.


Die Farben der SPD sind »Umbra«, Rot, Weiß und Schwarz. (Eine Diskussion über die »Reaktion der normalen Bürger« findet ihr bei slanted. Ich habe selbst gemerkt, daß meine »Reaktion« darauf zu salopp war und »rudere« nun etwas zurück.) Mit den Farben will die SPD Zuverlässigkeit, Ausdauer, Kraft, Energie, Wärme, Aggression, Sauberkeit, Unschuld, Macht, Eleganz und Geheimnis symbolisieren.


Von Zuverlässigkeit der Durchsetzung der SPD-Reformen ist kaum die Rede, über die Ausdauer der Regierung kann spekuliert werden, die Aggression hat sie nicht, die Regierungsbilanz hat wenig Sauberkeit, die Unschuld der Macht ist nicht da. Doch die Eleganz, symbolisiert durch den gigantischen Fuhrpark (Audi, BMW, …) und die Anzüge der Minister, ist da. In die Geheimnisse des Staates werden wir nicht eingeweiht.


FDP (Freie Demokratische Partei)

Guido Westerwelle / Wolfgang Gerhardt. Gelb, Blau: Die GB-Partei.


Die Farben der FDP sind gelb und blau. Sie symbolisieren Optimismus, Hoffnung, Konservatismus, Sicherheit, Technologie, Sauberkeit und Ordnung.


So wie die Westerwelles und die Gerhardts auf den Plakaten auftreten, kann man nur optimistisch sein, wenn das nur richtig wäre. Früher war ich schon optimistischer, wenn ich an Genscher oder Lambsdorff denke, aber jetzt angesichts dieser »piekfeinen« Truppe? Woher haben sie nur die Hoffnung her? Vom Gelb – offensichtlich hilft denen viel Bananenessen, damit sie mal über die legendären 18% Prozent kommen. Obwohl die CDU sich farblich gewandelt hat, sind die FDP´ler sich treu geblieben: konservativ. Die Außenminister Genscher und Kinkel boten viel Sicherheit (sie waren darin gut!), doch verkörpern ein Außenminister Westerwelle oder gar der Hessen-Provinz-Politiker Gerhardt Sicherheit? Der Technologie geben sie einen ordentlichen Schub, wenn sie »Guidomobiltelefone«, »Guidosolarmobile«, »Guido…« für den Wahlkampf im Auftrag geben. Ganz sauber waren die Finanzen gewiß auch nicht (siehe NRW). Und was die Ordnung in der Partei betrifft, trifft dies nicht so zu, aber die Ordnung der Gestaltung der Plakate läßt sich sehen, ist aber verbesserungswürdig.


B90/Grüne (Bündnis 90 und Grüne)

Joseph Martin (»Joschka«) Fischer / Claudia Roth. Gelb, Blau, Grün, Weiß: Die GBGW-Partei.


Die Farben der Bündnis90 und Grünen sind Gelb, Blau, Grün und ein bißchen weiß. Sie symbolisieren Optimismus, Hoffnung, Natur, Erde, Gesundheit, Glück, Geld, Erneuerung, Vertrauen, Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung.


Die Grünen waren schon immer optimistisch. Daran ändert sich nichts. Die Hoffnung auf eine starke Einbindung der Natur und der Erde in die Regierungsarbeit haben sich teilweise erfüllt (Atomausstieg, Umwelt, …) – was ja auch der Gesundheit zugute kommt. Das Glück des Tüchtigen haben sich fast alle erarbeitet, bis auf ein paar Ausnahmen. Um ihr Geld brauchen sich die Obergrünen keine Sorgen mehr zu machen… (naja, die typischen Diäten-Affären der Politiker). Die Erneuerung der Politiklandschaft, als die Grünen gegründet wurden, haben sie längst gemacht. Nun wird es von einem anderen gemacht… das Vertrauen der Stammwähler in ihren »Helden« Joseph Martin »Joschka« Fischer hat während der Visa-Affäre keinen Bruch erlitten. Im Kabinett waren die Grünen vor allem sicher – im Gegensatz zu den SPD-Kabinettsmitgliedern. Die Sauberkeit der Gestaltung der Plakate ist CI-/CD-gesehen lobenswert, was auch der Ordnung der Gestaltung zugute kommt.


PDS/Die Linke

Oskar Lafontaine / Gregor Gysi / Lothar Bisky. Rot, Blau, Weiß: Die RBW-Partei.


Die Farben der »linken« Partei sind rot, blau und weiß. Damit symbolisieren sie Kraft, Energie, Leidenschaft, Aggression, Gefahr, Vertrauen, Konservativismus, Sicherheit, Sauberkeit, Reinheit und Präzision. Das Rot erinnert an die Überbleibsel des Kommunismus (wofür ja auch die Nachfolge-Partei der SED in den Anfangsjahren gestanden hat).


Die Linken haben mit viel Kraft und Energie ihren Zusammenschluß von PDS und WASG (nicht vergessen: der legendäre Artikel von Gerrit!) hinter sich gebracht. Die Leidenschaft und »populistische« Aggression, mit der Lafontaine und Gysi in den Wahlkampf gehen, ist meiner Meinung manchmal frappierend, kommt aber bei manchen im Wahlvolk leider an. Eine Gefahr für die SPD und die CDU, was man auch an den Stimmverlusten sehen konnte (jetzt hat es sich aber geändert.). Das Vertrauen des Wahlvolks in die Partei scheint sich zu stabilisieren: in den Umfragen liegen sie bei 9 Prozent. Konservativ scheinen sie nicht zu sein, dieses Klischee haben die CDU/CSU und die FDP für sich besetzt – denke ich. Von Sicherheit sehe ich bei der Partei nicht so viel, weil ich sie so lange nicht kenne. Was das Design und die Umsetzung der WASG betrifft, hat man bei der Umsetzung mit Sauberkeit, Reinheit und Präzision gespart (siehe praegnanz.de).


FAZIT

Kaum eine Partei (mit Ausnahme der Grünen) hat verinnerlicht, was die Bedeutung der Farben und deren Symbolik angeht.


Update: der Spiegel schreibt auch einen Artikel über die Farben der Parteien, allerdings nur im politischen Zusammenhang.

Tags: farben-check, parteien, wahl

  1. 1. The Exit schreibt am 23. August 2005, 14:23 [#]:

    Klasse Artikel.

    Manueller Trackback

  2. 2. Jan Theofel schreibt am 24. August 2005, 13:51 [#]:

    Manueller Trackack: Wahlkampf-Typografie Als Freund schöner Drucksachen komme ich wohl kaum umhin ein paar Verweise auf einige Seiten zur Typografie, Schrift und Farbe zum Bundestagswahlkampf zu setzen:
    http://www.theofel.de/archives/2005/08/wahlkampftypogr.html

  3. 3. Jan schreibt am 30. August 2005, 12:18 [#]:

    Dein Artikel ist in der Badischen Zeitung erwähnt:
    http://praegnanz.de/weblog/693/wahlprogramm-design-checkup-2005#c003913

    PS: Die Tabreihenfolge im Kommentarfeld passt nicht, nach URL kommt der “Home”-Button oben.

  4. 4. Nick Blume schreibt am 30. August 2005, 16:25 [#]:

    Danke, die Zeitung ist schon bestellt.

  5. 5. Ben schreibt am 6. Oktober 2005, 00:58 [#]:

    Wenn ich korrigieren darf: Gelb steht für die reichen Kornfelder der Ukraine, Blau für den Himmel dieses schönen Landes. Das wundert einen bei der FDP dann schon. Weniger erstaunlich, dass bei den Linken die russische Fahne rauskommt. Eh alles Kommunisten… ;-)

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