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» Gerhard Seyfried Plakate für Ströbele.

Wer kennt sie nicht, das legendäre Plakat von Gerhard Seyfried für Hans Christian Ströbele, dem »Rebellgrünen« von Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg? Ich finde das legendär, wenn auch übertrieben. Dieses Plakat stellt das jetztige Wahlplakat von 2005 in den Schatten, was man auch am Vergleich sehen kann. Schade!


Gerhard Seyfried ist einer der wichtigsten deutschen Comiczeichner, der sich auch politischen Themen (wenn auch sehr links) stark widmet, was man auch an seinen Veröffentlichungen sehen kann (»Wo soll das alles enden« (1978, vergr.), »Das schwarze Imperium« (1984, vergr.) und »Flucht aus Berlin« (1990)). Zudem bestätigt er sich seit einiger Zeit als Literaturautor (»Herero« (2003) und »Der schwarze Stern der Tupamaros« (2004)).


Zum Vergleich das alte Plakat oben (die Bilder stammen von der Website Gerhard Seyfrieds) mit dem neuen unten. Grössere Bilder könnt ihr auch dort sehen: altes Plakat vs. neues Plakat.


Mit dem Blau im Wahlplakat 2002 sah das Plakat viel optimistischer und standhafter aus. Und hier sprudelt überall das Leben in Berlin (und Deutschland). Diesmal sieht das Plakat von 2005 so aus, als ob etwas Untergangsstimmung herrscht, was man am »Abendhimmel« sieht. Und die Menschen sind in einer gewissen passiven Erwartungshaltung, ob es weitergeht oder nicht. Von links passiert was, aber rechts im Plakat herrscht gähnende Leere, außer dem einen Hund (wohl Lafontaine, der die Merkel ärgern will?). Und die Heuschrecke mitten im Bild darf als eine Anspielung an Münteferings berühmten »Ausrutscher« (war das einer?) verstanden werden.


Und typografisch wird Ströbele durch sein Fahrrad selbst »zerquetscht« werden, ich hoffe aber, daß es nicht dazu kommt…

Tags: plakate, seyfried, ströbele