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» Wissenwertes für Podcaster (Funkspots).

Funkspots – Stil und Aufbau (von Prof. Thomas Daum – FH Mainz – Professor für Texten).


1. Stil


Für die verschiedenen Funkspot-Formate – Presenter, Selbstgespräch, Dialog, Reportage, Interview, usw. – gibt es unterschiedliche Umsetzungen. Dabei sind drei verschiedene Stilformen zu unterscheiden.


1. Der Spot ist überwiegend ein akustischer Ausschnitt aus der Wirklichkeit, es kommen diesselben Mittel zum Einsatz wie in redaktionellen Rundfunkformaten, zum Beispiel als echtes Interview auf der Straße.


2. Der Spot tut so, »als ob«. Er präsentiert sich, als sei der Inhalt ein realer, unzweifelbarer Bestandteil der Alltagswelt, eine Information oder Nachricht wie jede Information oder Nachricht, ein Dialog wie alle alltäglichen Dialoge. Beispiel: zwei Frauen unterhalten sich über die Vorteile eines Feinwaschmittels.


3. Der Spot präsentiert sich ausdrücklich als Kunstprodukt, er verweist selbst auf seine Inszeniertheit. Dazu kann sich der Spot verschiedener Stilmittel bedienen: Ironie, Parodie, Anspielungen (z. B. auf Werbe-Stereotype), Übertreibungen, Nonsens, »Künstlichkeit« etc.


Mit allen drei Stilformen lassen sich gute Funkspots machen. Allerdings: Glaubwürdige Dialogformen im Stil 2 sind fast unmöglich. Deshalb sind die meisten Funkspot-Dialoge auch so mißlungen. Kein Mensch glaubt, daß zwei Frauen sich tatsächlich mit Eifer über Feinwaschmittel unterhalten und dabei zehnmal laut und deutlich den Namen der Marke aussprechen.


2. Aufbau


1. Der Aufmacher: er hebt den Spot von den vorhergehenden ab, wird im Lauf der Zeit typisch und kann dem Spot Seriencharakter verleihen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: – Jingle: das ist eine kurze Erkennungsmelodie. Sie kann auch durch den ganzen Spot gehen. – Akustische Signale / Geräusche (Telefon, Klingel, etc.) – Vertraute Stimme / Vertrauter Einstiegsdialog / Vertraute Einstiegsfrage


Länge: im 30-Sec-Spot maximal 5 Sekunden für den Aufmacher.


2. Hauptteil: als Monolog, Dialog, kleines Hörspiel etc. Vorteilhaft: man beschränkt sich auf ein Argument und baut darauf Text oder Dialog auf.


3. Der Schluß


Hier kommt in der Regel das Produkt bzw. die Zusammenfassung des Wesentlichen in einem prägnanten, erinnerungsstarken Satz, z. B. auch in einem Claim (Slogan).
Um diesen Satz vom vorherigen Text abzuheben, wird häufig ein neuer Sprecher (»Off«) eingeführt. Der Schluß kann auch die entscheidende Pointe bringen, oder er greift den Jingle wieder auf.


Vielleicht wäre das was für Podcaster?

Tags: funkspot, podcast, wissen